Schachturnier
Olympiaregion Seefeld
17.-20.05.2013
Schubertiade
in Schwarzenberg
14.-23.06.2013
CLASSIC Car Rally
Lech am Arlberg
27.-30.06.2013
Silvretta Classic
Rallye Montafon
28.06.-07.07.2013
Naturpark
Reutte, Lechweg
01.07. - 30.09.2013
24-Stunden-Wanderung
am Achensee
29./30. Juni 2013
Großvaters Gleichung war ebenso einfach wie lebenswichtig: „Ein Hektar Bergwiese ernährt im Winter eine Kuh, eine Kuh ernährt einen Menschen.“ Egon Brandhofer, der Enkel, kennt noch jene Zeit, in der die Bauern im Tiroler Lechtal auch steilste Berghänge in mühevoller Arbeit mähten, da die Flächen im Tal weder für Mensch noch Tier ausreichten. Das Bergheu war überlebenswichtig, jetzt kommt es zu musealen Ehren: Das neue Lechtaler Bergheu-Museum, das in diesem Sommer auf der Jöchelspitze in Tirols ursprünglichstem Alpental eröffnet wird, erinnert an karges Leben, harte Arbeit und einfache Kost.
Egon Brandhofer (39), der als Bauernbub noch jene Tage der Bergmahd erlebte und der heute das Berggasthaus auf der Jöchelspitze führt, will die (nicht immer) gute alte Zeit ein wenig der Nachwelt erhalten. „Immer mehr Heustöcke sind verfallen“, bedauert er. In diesen Holzhütten wurde einst das Heu gelagert, bis es im Frühwinter auf dem ersten Schnee mit dem Schlitten ins Tal gebracht wurde. Hier übernachteten auch oft die müden Knechte, wenn sich der Heimweg ins Tal nicht mehr lohnte.
Heute lohnt der Weg in die entgegen gesetzte Richtung. Das neue, weltweit einzige Bergheu-Museum entstand auf Initiative Brandhofers und mit Unterstützung des örtlichen Tourismusverbandes in einem ehemaligen Heustock. Jeden Mittwoch schlägt dann die Stunde von Albert Wolf. Der geprüfte Bergwanderführer zeigt seinen Gästen einmal wöchentlich im Rahmen einer botanischen Wanderung die Schönheiten des Lechtals, das seit 2004 den Titel Naturpark tragen darf und für seinen Pflanzen-Reichtum berühmt ist.
Vor allem sein Hausberg, die 1768 Meter hohe Jöchelspitze, hat es dem 55-jährigen Landwirt angetan. Ihre Artenvielfalt sei ein „wahres Wunderwerk der Natur“, schwärmt er. Am Gedeihen von Enzian und Alpenrosen lässt er seine „Mitläufer“ gerne teilhaben. Ab diesem Sommer wird die Route erweitert, führt sie doch ins neue Bergheu-Museum. Dort erwartet die Besucher ein Blick in vergangene Tage, als auf extrem steilen Wiesen hart gearbeitet wurde. Antike Gerätschaften - Sensen, Rechen, Dengelapparate – und alte Bilder erinnern an jene Zeit. Und es duftet nach Heu. Denn Museums-Macher Egon Brandhofer sorgt immer für frischen Nachschub und gibt der Geschichte eine sinnliche Komponente.
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